Auch wenn sich dieser Blog später wahrscheinlich eher mit Themen, die für Entwickler interessant sind, beschäftigen wird, wollen wir am Anfang erst einmal die Grundlagen erklären.
Was ist Google Wave?
Von Google selbst wird Wave als eine Art “Neuerfindung der eMail” bezeichnet und beworben, allerdings wird es diese wohl wahrscheinlich nicht ablösen und ist auch nicht wirklich für alle Arten von Kommunikation geeignet. Eigentlich ist es eher eine Mischung verschiedener Eigenschaften von eMail, Instant Messaging, Wikis und mehr.
Grundsätzlich spielt sich das Ganze in “Waves” ab. Eine Wave stellt eine Konversation dar, in der mehrere Leute schreiben können. Das Besondere daran ist aber vor allem eins: alles geschieht in Echtzeit. Das heißt zum Beispiel, dass man schon während jemand tippt sehen kann, was derjenige schreibt, und alle Änderungen sofort passieren, ohne dass man erst speichern muss. Außerdem können dadurch auch theoretisch unbegrenzt viele Leute gleichzeitig an einem Text arbeiten.
Zur Zeit kann man Wave nur sinnvoll über Google nutzen. Später wird es auch die Möglichkeit geben, eigene Server für Wave anzulegen, die dann auch nichts mehr direkt mit Google zu tun haben müssen. Das ist zwar jetzt schon theoretisch möglich, aber nur mit einem Sandbox-Account möglich.
Begriffsdefinitionen
Eine Wave besteht aus einem oder mehreren Wavelets. Wavelets sind wie Waves auch Konversationen, die aber der Hauptkonversation untergeordnet sind, und die letzte Ebene, auf der noch Rechtevergabe möglich ist, d.h. nicht jeder Teilnehmer einer Wave muss Zugriff auf alle Wavelets haben, aber Personen, die zu einem Wavelet gehören, können in diesem alles bearbeiten.
Wavelets sind wiederum aus vielen Blips aufgebaut und die kleinste Einheit einer Wave. Blips sind einzelne Nachrichten, die sich auch auf vorherige beziehen können und sogar in anderen Blips eingefügt werden können.
Der Inhalt eines Blips wird als “Document” bezeichnet. Ein Document besteht aus XML, weshalb es nicht nur normalen Text sondern eigentlich alles enthalten kann.
Erweiterungen
Waves können zur Zeit über Gadgets und Robots erweitert werden.
Gadgets sind kleine Programme, die man in Waves einfügen kann. Das könne beispielsweise Spiele (z.B. Sudoku, Schach, Tic-Tac-Toe) oder kleine Tools (z.B. Umfragen, HTML-Editoren, Mindmaps) sein. Gadgets in Wave basieren auf der gleichen API wie OpenSocial Gadgets, die u.a. auch bei iGoogle eingefügt werden können. Die meisten dieser Gadgets laufen auch in Wave, können aber natürlich ohne Anpassung nicht alle Features wirklich nutzen.
Ein Robot ist im Prinzip ein Teilnehmer einer Wave, hinter dem aber kein Mensch sondern ein Programm steckt. Bots können dadurch natürlich erheblich mehr als Gadgets anstellen und haben auch meisten Auswirkungen auf die komplette Wave. Bots kürzen beispielsweise jede eingefügte URL automatisch, fügen Syntaxhighlighting ein oder erkennen automatisch Hashtags.
Hier gibt es Informationen zum Schreiben von Gadgets und hier für Robots, wir werden aber wahrscheinlich auch noch einmal ein paar Tutorials zu beidem bringen.
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